Likrakar 2005

In Likrakar wurde im Januar 2005 eine neue Solarpumpenanlage in Betrieb genommen. Im Januar 2005 wurde die neue, von der Stadt Luzern (Wassersparsetaktion «Luzern spart-Mali trinkt») und den Swisspower «Bike for Water» Rennen mitfinanzierte 2 kW Solaranlage im Nomadenflecken Likrakar in Betrieb genommen. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten läuft diese Anlage nun einwandfrei und liefert, vorerst vor allem für die vielen Herdentiere, über 40 Kubikmeter Wasser pro Tag. 

Projektbeginn

Am  März 2004 haben die Dorfgemeinschaft von Likrakar einen Antrag an unsere Partnerorganisation Paix et Progrès und damit an SunDance gestellt. Es soll eine solarbetriebene Trinkwasseranlage gebaut werden. Nach ersten Abklärungen im Mai 2004, wurden die technischen und organisatorischen Voraussetzungen besprochen und die  Bedingungen für die Dorfgemeinschaft diskutiert und festgeleg. Im Sommer 04 folgte die Planung der Anlage, der Materialkauf sowie die Transporte und die Organisation der Installation. Im November 04 bei einem zweiten Besuch wurde die Verbesserung des  Verteilsystems, der Zapfstellen und der Viehtränke festgelegt.  Die Anlage konnte anfangs 2005 in Betrieb genommen werden.

Installation

Der erste Brunnen bei der Schule von Likrakar ist mit einer Handpumpe ausgerüstet. Er wurde bisher auch als Viehtränke benutzt. Die dauernde und oft falsche Benutzung durch die Kinder verschleisst das Material rasch. Diese Pumpe war oft ausser Betrieb. Die Bevölkerung musste das Wasser in einem entfernten offenen Brunnen holen. Die zweite Bohrung wurde von SunDance im Januar 05 mit einer Solarpumpenanlage ausgerüstet, welche pro Tag je nach Besonnung zwischen 25-30 Kubikmeter Wasser fördert. Zur Zeit bestehen neben der eigentlichen solaren Pumpstation eine 100 Meter entfernte Trinkwasserzapfstelle und eine auf der Gegenseite ebenfalls 100 Meter entfernte Viehtränke.

Ort & Lage

Likrakar ist (noch) eine kleine, hauptsächlich von arabischen Nomaden bewohnte Nomadensiedlung, ein «site» zwanzig Kilometer nordöstlich von Timbuktu an der Karawanenstrasse von Timbuktu nach Taoudenni, wo die traditionellen Salzminen im äussersten Norden Malis ausgebeutet werden. Likrakar hat offiziell 1700 registrierte Bewohner (ca. 300 Familien), von welchen aber der grösste Teil in der Gegend verstreut lebt (Nomaden, welche den Jahreszeiten entsprechend mit ihren Tieren herumreisen). Das «Dorfzentrum» besteht zur Zeit noch aus wenigen Lehmhütten und mehreren Nomadenzelten, einer neuen Schule und einer neuen Moschee. Im Januar 05 lebten ungefähr zweihundertfünfzig Personen direkt im «Zentrum» der Siedlung. 

Gesellschaft

«Hino» ist Chef der grössten «Fraction» der verschiedenen Araberstämme in der Region und leitet den Conseil du Cercle («Bezirksrat»), ist also einer der regionalen Leader der Zivilgesellschaft und hat grossen Einfluss auf die Entwicklung des gesamten Gebiets. Er sagt uns, dass die Bevölkerung in Likrakar dank dem Wasser stark anwachsen werde. Die Viehtränke ist die wichtigste Einnahmequelle des Dorfes: sowohl die ansässigen wie auch auf der hiesigen Karanwanenroute zu den Salzminen in Taoudenni durchziehende Nomaden werden hier ihre Tiere tränken und dafür bezahlen.